nach den Sternen greifen

Früher dachte ich es bedarf nur einer Leiter und einen kleinen Korb und schon kann ich hinaufklettern und die Sterne vom Himmel holen, einfach so. Und dann kam die Realität. Nach den Sternen greifen funktioniert nicht und ist nur ein Sprichwort? Für mich als kleines Kind war das ein ziemlicher Schlag in die Magengrube.

 

Heute mit 21 Jahren weiß ich es besser, glaube ich zumindest. Aber wie funktioniert das eigentlich? Am 6. Mai 2016 habe ich meine Facebookseite erstellt. Unter wunschlichkeit.photo habe ich Blümchen gepostet und Bilder aus Shootingversuchen mit Menschen. Ein bisschen gruselig wird es mir schon, wenn ich so an die Anfänge zurück denke... Heute, fast zwei Jahre später lege ich meinen Fokus auf das was ich liebe, die besondere Verbindung zwischen Mensch und Tier bzw. nur Tiere. Ein Richtungswechsel der nicht einfach so passierte. Ich bin nicht einfach eines morgens aufgewacht und dachte mir 'Pff, ich fotografiere jetzt nur noch Tiere.' Ich bin ehrlich, Tiere insbesondere Pferde waren mir schon immer die liebsten Freunde. Eine stressige Woche in der Schule? Die Eltern waren mal wieder blöd? Das Leben war unfair und gemein? Was gibt es da besseres als in den Stall zu fahren? Reiten, kuscheln, atmen. Das selbe gilt natürlich auch für Hunde, mit einem Hund in der Nähe fühle ich mich einfach wohl. Ganz schön verrückt? Nicht wirklich, nein. :) Ich schweife ab. Also... ich bin nicht einfach eines morgens aufgewacht und dachte mir 'Pff, ich fotografiere jetzt nur noch Tiere.', ich bin morgens aufgestanden und hatte den Wunsch nach mehr. Mehr erreichen. Mehr leben. Mehr Selbstverwirklichung. Und mit diesem Wunsch kam der kleine und feine Gedanke ein Projekt zu starten um erstmal nur zu testen, kommt das an, gibt es hier in dem Umkreis überhaupt Interesse, komme ich an? Mein Projekt Frau & Pferd war geboren und weil ich mit jedem Shooting in dieser Zeit mehr wuchs und glücklicher wurde, rückte meine Porträtfotografie vollkommen in den Hintergrund.

 

Mitte des letzten Jahres ermutigte mich mein Freund dazu meine Fotografie als Gewerbe anzumelden. Gewerbe... Ehrlich gesagt habe ich den meisten Leuten erst erzählt, was ich vorhabe, als die Anmeldung bereits einige Wochen zurück lag und ich das erste Geld verdiente. Unterstützung war, zumindest familientechnisch, nämlich eher Fehlanzeige. Ich wurde immer eher auf Sparflamme gehalten und konnte mich nicht in die Richtung entfalten. Fotografieren klar, gar kein Problem - Gewerbe anmelden und selbstbestimmt sein? Uh, lieber nicht! Und trotzdem bin ich nun seit 1. September 2017 eingetragenen Fotografin. (Ein dickes Danke geht da eindeutig an meinen Freund!) Seitdem wachse ich so langsam dem Himmel entgegen, von einem Hochgefühl getragen. Es folgte ein professionell erstelltes Logo, dass mich genau widerspiegelt, im Oktober kaufte ich mir dann ein Objektiv der Profiklasse, im Dezember kam mein mobiles Studio hinzu und meine nächste Anschaffung wird eine neue Kamera. Es fühlt sich an, als müsste ich nur die Hände ausstrecken und könnte die Sterne berühren, nicht weil ich krass viele Aufträge habe oder weil ich in der Zeit mega bekannt geworden bin. Nein, denn so einfach ist es nicht. Es fühlt sich an als könnte ich die Sterne berühren, weil ich meinem Gewerbe selbst auf die Beine geholfen habe und jetzt möchte ich es großziehen, ihm Laufen beibringen und einfach glücklich sein.  Ich möchte allen Menschen die nicht an mich geglaubt haben, beweisen dass ich es schaffen werde und mir selbst möchte ich zeigen, dass ich kann.

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